Was bei einer Kanal-TV-Untersuchung passiert
Über eine Revisionsöffnung, einen Schacht oder den Abfluss wird eine Kamera in die Leitung geschoben – je nach Rohrdurchmesser eine Schiebekamera für Hausleitungen (DN 50 bis DN 150) oder ein fahrbarer Kamerawagen für Grund- und Kanalleitungen. Das Bild wird live übertragen und aufgezeichnet; ein Sender in der Kamera erlaubt es, jede Stelle von oben zu orten und die Tiefe zu bestimmen.
Am Ende steht ein Protokoll mit Bildern, Positionsangaben und einer Bewertung der Auffälligkeiten: Ablagerungen, Wurzeleinwuchs, Risse, Scherbenbildung, Muffenversatz, Gegengefälle oder Fremdkörper. In vielen Fällen ist eine Reinigung vor der Befahrung sinnvoll, damit die Kamera die Rohrwand überhaupt sieht.
Am Ende steht ein Prüfprotokoll: die Videoaufzeichnung der gesamten Kanalbefahrung plus eine schriftliche Auswertung mit Schadensklassen und Lageplan. Nur mit dieser hochauflösenden Dokumentation lässt sich eine Sanierung fundiert planen oder gegenüber Versicherung und Käufer belegen.
Was eine Kanal-TV-Untersuchung kostet
Die Kosten hängen von Länge und Zugänglichkeit der Leitung, dem Rohrdurchmesser, einer eventuell nötigen Vorreinigung und dem Umfang des Protokolls ab. Eine reine Ursachensuche in einer Hausleitung ist deutlich günstiger als eine dokumentierte Befahrung der gesamten Grundleitung mit Lageplan für den Hauskauf oder die Kommune.
Wichtiger als der absolute Preis ist die Frage, was Sie dafür bekommen: Ein Betrieb, der Ihnen nur sagt „da ist was“, hilft wenig. Sie sollten ein Video oder Bilder, eine Positionsangabe und eine nachvollziehbare Empfehlung erhalten. Seriöse Betriebe nennen den Preis vor dem Einsatz.
Wann sich die Untersuchung lohnt
- Wiederkehrende Verstopfungen: Wer dreimal im Jahr die Spirale ruft, zahlt am Ende mehr als für eine Kamera, die die Ursache zeigt.
- Vor dem Hauskauf: Grundleitungen sind der teuerste versteckte Mangel eines Altbaus. Eine Befahrung vor der Unterschrift kann Sanierungskosten im fünfstelligen Bereich sichtbar machen – und ist ein Argument in der Preisverhandlung.
- Feuchte Kellerwände, Setzungen, nasser Garten: Undichte Leitungen unterspülen Fundamente und sättigen den Boden. Die Kamera klärt, ob das Abwasserrohr die Ursache ist.
- Nach Wurzeleinwuchs oder Rohrbruch: Um den Umfang eines Schadens einzugrenzen, bevor gegraben wird.
- Als Vorbereitung einer Sanierung: Nur wer den Zustand kennt, kann zwischen Inliner, partieller Reparatur und Austausch entscheiden.
- Für den Nachweis gegenüber der Kommune: Je nach Satzung sind Grundstückseigentümer verpflichtet, den Zustand privater Abwasserleitungen nachzuweisen – dafür braucht es eine dokumentierte Untersuchung.
Kanal-TV und Dichtheitsprüfung – der Unterschied
Die Kamera zeigt sichtbare Schäden, aber nicht jede Undichtigkeit ist sichtbar. Eine Dichtheitsprüfung mit Wasser oder Luft misst dagegen, ob die Leitung tatsächlich dicht ist – sieht aber nicht, wo genau der Schaden liegt. In der Praxis ergänzen sich beide: Die Prüfung stellt fest, ob etwas undicht ist, die Kamera zeigt, wo.
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Häufige Fragen
Häufig ja. Ablagerungen und Fett verdecken die Rohrwand, sodass Risse oder Muffenversatz nicht zu erkennen sind. Bei einer reinen Ursachensuche für eine akute Verstopfung wird dagegen oft erst befahren und dann gezielt gereinigt.
Eine Hausleitung ist meist in ein bis zwei Stunden untersucht. Eine komplette Grundleitung mit Protokoll, Lageplan und Vorreinigung kann einen halben Tag dauern.
Bei einem seriösen Betrieb ja – als Datei oder Link, zusammen mit dem Protokoll. Das ist wichtig für Versicherung, Verkäufer, Kommune oder einen zweiten Kostenvoranschlag.
