Die ersten Minuten
- Haupthahn schließen – bei einem Trinkwasserrohrbruch stoppt das den Zufluss sofort. Der Haupthahn sitzt meist im Keller hinter der Wasseruhr.
- Strom in betroffenen Räumen abschalten.
- Wasser aufnehmen, Möbel hochstellen, Teppiche entfernen.
- Fotografieren: Austrittsstelle, Wasserstand, betroffene Gegenstände, Zählerstand.
- Versicherung informieren – bei Wohngebäude- und Hausratversicherung. Nichts entsorgen, was als Beleg dienen kann.
- Fachbetrieb rufen – für Leckortung, Reparatur und Trocknung.
Danach: Nachbarn und, in Mietwohnungen, den Vermieter informieren, Räume räumen und Waschmaschine oder Spülmaschine nicht mehr nutzen. Melden Sie den Schaden zeitnah Ihrer Versicherung – Leitungswasserschäden deckt die Wohngebäudeversicherung, Hausrat die Hausratversicherung, Schäden bei Nachbarn die Haftpflicht; für Rückstau nach Starkregen braucht die Police Elementarschutz. Eine Bautrocknung sollte erst nach Freigabe durch den Versicherer bzw. Sachverständigen beginnen.
Trinkwasser oder Abwasser? Der Unterschied
Tritt sauberes Wasser aus und der Zähler läuft, ist die Trinkwasserleitung gebrochen – hier hilft der Haupthahn. Tritt schmutziges oder riechendes Wasser aus, oft bei Nutzung von Abflüssen, ist eine Abwasserleitung undicht. Der Haupthahn hilft dann nicht; stattdessen sollten die angeschlossenen Abflüsse nicht mehr genutzt werden, bis die Leitung geprüft ist.
Abwasserrohrbrüche sind tückischer: Sie zeigen sich oft erst spät durch feuchte Wände, Geruch, Setzrisse oder einen nassen Fleck im Garten. Die Ortung erfolgt über Kamera, Dichtheitsprüfung und bei Bedarf eine Nebel- oder Färbeprüfung.
Typische Ursachen
- Alterung: Gussrohre, Steinzeug mit Teerstrickmuffen, verzinkte Stahlleitungen aus den 1950er- bis 1970er-Jahren
- Frost in ungedämmten Leitungen (Garage, Außenwand, Dachboden)
- Setzungen und Bodenbewegungen, die Muffen abscheren
- Wurzeleinwuchs in undichten Abwasserrohren
- Korrosion durch aggressives Wasser oder Kontakt unterschiedlicher Metalle
- Mechanische Beschädigung bei Bauarbeiten oder durch Bohren
Reparatur: Aufgraben oder von innen sanieren?
Bei Abwasserleitungen muss längst nicht mehr jeder Schaden freigelegt werden. Einzelne undichte Muffen oder Risse lassen sich mit einem Kurzliner von innen abdichten; auf längeren Strecken wird ein Inliner eingezogen, der im Rohr aushärtet und ein neues Rohr im alten bildet – ohne Grabungen, ohne aufgerissenen Boden, meist an einem Tag. Nur bei eingebrochenen oder stark verformten Rohren bleibt die offene Bauweise.
Für die Versicherung ist wichtig: Die Reparatur der Leitung selbst ist bei Abwasserrohren oft nur eingeschränkt versichert, die Folgeschäden am Gebäude dagegen schon. Ein gutes Protokoll mit Kamerabildern erleichtert die Abgrenzung.
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Häufige Fragen
Die Wohngebäudeversicherung übernimmt in der Regel Leitungswasserschäden am Gebäude, oft auch die Rohrreparatur bei Frost- und Bruchschäden an Zu- und Ableitungen innerhalb des Gebäudes. Schäden an Hausrat deckt die Hausratversicherung. Grundleitungen außerhalb des Gebäudes sind häufig nur mit Zusatzklausel versichert – ein Blick in die Bedingungen lohnt sich.
Bei Trinkwasserleitungen mit akustischer Leckortung, Tracergas und Thermografie, bei Abwasserleitungen mit Kamera, Dichtheitsprüfung und Nebelprüfung. So lässt sich der Schaden auf wenige Zentimeter genau lokalisieren und gezielt öffnen.
Sofort. Mieter haben eine Anzeigepflicht; wer einen Schaden verschweigt und dadurch die Folgen vergrößert, kann mithaften. Erste Sicherungsmaßnahmen (Haupthahn, Wasser aufnehmen) sind erlaubt und erwünscht.
